Tekla

Schulleiterin

Mein Name ist Tekla Nshunju und ich bin leitende Lehrerin an der Marie-Rose Dorfschule in Chikola. Es macht mich stolz und glücklich, meinen Beitrag zu einem qualitativ guten Unterricht der Kinder hier beizutragen. Vor allem die Mädchen liegen mir am Herzen; Bildung ist ein wichtiger Faktor um ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Als ich als Kindergärtnerin anfing, in Chikola zu unterrichten, war es eine grosse Herausforderung, die lokale Sprache zu verstehen. Mit der Zeit lernen die Kinder aber, Swahili und auch Englisch zu sprechen, was das Lernen und die Verständigung einfacher macht.

Es ist beglückend zu sehen, wie die Eltern sich mehr und mehr für Bildung interessieren und versuchen, die Kinder dabei zu unterstützen. Einige von ihnen kommen zu meinen Abendkursen, um ihre eigenen Fähigkeiten im Lesen und Schreiben zu verbessern. Die Schule ist so zu einem Hoffnungsträger für das ganze Dorf geworden und lässt viele Kinder träumen, dass sie einmal einen Beruf erlernen können, der ihnen ein besseres Leben ermöglicht.


Grace

Erstklasslehrerin

„Vorher mussten die Kinder nach dem Kindergarten einen weiten Weg zur nächsten Schule in Kauf nehmen“, erklärt Grace. „Nicht alle schafften das, weshalb die Unterstützung der Dorfgemeinschaft für dieses Projekt gross ist. Sie wissen, dass ihre Kinder nebst einem guten Unterricht auch nahrhafte Mahlzeiten erhalten, in den Pausen spielen können und viele soziale Kontakte haben. Durch Bildung erhoffen sie sich eine bessere Zukunft, und die Motivation zum Lernen ist beeindruckend.

Eine meiner grossen Herausforderungen ist, dass nicht alle Erstklässler den Kindergarten hier besucht haben und deshalb Probleme mit der Sprache und der neuen Umgebung haben. Aber nach den ersten Wochen geht es schon viel besser, und alle sind willig und wollen unbedingt vorwärtskommen, um weiterhin an sich und ihre Träume glauben zu können.

Was ich hier für mich gelernt habe, ist, wie hart diese Frauen arbeiten müssen, um das tägliche Brot zu verdienen – sei es in den Rebbergen, auf den Feldern oder mit anderen Kleinstgewerben. Ich bewundere sie dafür und werde mich dafür einsetzen, dass ihre Kinder die bestmögliche Bildung erhalten.“


Maria

Eine Weinbauerin lernt lesen

Maria ist Mutter von drei Kindern und baut im Dorf Chikola Weintrauben an. Jeden Tag arbeitet sie auf ihrer Plantage und verkauft die Trauben auf dem Markt, um ihre Familie zu versorgen.

Als sie jung war, ging Maria nicht zur Schule. Jetzt möchte sie jedoch lesen und schreiben lernen. Sie besucht einen Kurs für Erwachsene an der Schule und begann ausserdem mit Duolingo zu lernen – unterstützt von den Lehrkräften.

„Wenn ich Trauben verkaufe, wünschte ich, ich könnte die Preise selbst aufschreiben und das Geld selbst zählen.“

Inzwischen kann sie ihren Namen schreiben, einfache Wörter lesen und englische Wörter für ihre Arbeit lernen.

„Eines Tages möchte ich Trauben auf grossen Märkten verkaufen und die Quittungen selbst schreiben.“

Für Maria bedeutet Lesen und Schreiben neue Chancen – für sie, ihre Kinder und andere Frauen im Dorf.

Sophia

Steinbrecherin und begeisterte Lernende

Sophia ist eine der hart arbeitenden Frauen im Dorf Chikola. Jeden Tag gräbt und zerkleinert sie Steine, um Geld zu verdienen und ihre Familie zu unterstützen. Obwohl ihre Arbeit sehr anstrengend ist, möchte sie unbedingt lesen und schreiben lernen.

„Ich war traurig, wenn mein Kind mich nach Schulthemen fragte und ich nicht helfen konnte.

Als sie von dem Erwachsenenkurs und der Duolingo-App hörte, meldete sie sich sofort an. Jetzt kann sie einfache Texte lesen und nutzt ihr Handy, um mit Duolingo Englisch zu lernen.

„Kurz nachdem ich angefangen hatte, begann ich zu lesen, und jetzt habe ich keine Angst mehr, Nachrichten auf meinem Handy oder Schilder zu lesen.“

Sophia ist ein grossartiges Beispiel für harte Arbeit und Entschlossenheit. Sie zerkleinert weiterhin Steine, baut sich aber gleichzeitig durch Bildung eine bessere Zukunft für sich und ihre Familie auf.

Judith

Eine Gemüsebäuerin, die nach versäumter Schulbildung lernt

Judith musste schon als junges Mädchen als Hausangestellte arbeiten und hatte deshalb nie die Möglichkeit, zur Schule zu gehen. Bis heute hat sie keine formale Bildung, doch das Leben hat sie gelehrt, hart zu arbeiten und nicht aufzugeben.

Sie hat drei Kinder und baut zu Hause Gemüse an. Mit Hilfe des Schulbrunnens kann sie ihre Felder bewässern und das Gemüse auf dem Markt verkaufen. Judith lernt nun langsam lesen und schreiben – durch Programme für Erwachsenenbildung und mit Unterstützung der Lehrkräfte an der Schule.

„Ich versuche hart zu lernen, damit meine Kinder nicht durchmachen müssen, was ich erlebt habe. Ich möchte, dass sie eine gute Bildung und ein besseres Leben bekommen.“

Sie hofft sehr, dass Bildung ihr Leben und die Zukunft ihrer Familie verbessern wird.


Mama Prince

Eine Lebensmittelverkäuferin, die an die Kraft der Bildung glaubt

Mama Prince ist eine bekannte Essensverkäuferin im Dorf Chikola, berühmt für ihre leckeren Gerichte. Jeden Tag kocht sie und verkauft Essen auf dem Markt, um ihre Familie zu unterstützen. Trotz ihrer vielen Arbeit entschied sie sich, einen Kurs für Erwachsene zu besuchen, nachdem sie vom Lese- und Schreibprogramm der Dorfschule gehört hatte.

„Ich wusste nicht, wie man Preise in Geschäften liest. Ich musste mich auf meine Kinder verlassen, die es mir sagten.“

Mit Hilfe des Kurses und der Duolingo-App beginnt sie nun, Buchstaben zu erkennen, Namen zu schreiben und sogar etwas Englisch mit Selbstvertrauen zu sprechen.

„Ich bin stolz, wenn ich selbst lesen und ohne Angst telefonieren kann.“

Für Mama Prince ist Bildung nicht nur für Kinder – sie ist für alle, die wachsen und sich verändern möchten. Sie ermutigt auch andere Frauen im Dorf, teilzunehmen, weil jeder kleine Lernschritt ein grosser Erfolg ist.


Asha

Eine Bäuerin aus Chikola

Asha ist Mutter von vier Kindern und eine Kleinbäuerin im Dorf Chikola. Bevor sie am Erwachsenenbildungsprogramm teilnahm, konnte sie weder lesen noch schreiben, was viele Dinge im Alltag schwierig machte.

„Ich ging zur Klinik und konnte den Namen des Medikaments nicht lesen. Manchmal, wenn ich Geld lieh, verstand ich die Vereinbarung nicht.“

Seit sie den Lese- und Schreibkurs besucht, hat sich ihr Leben verändert.

Jetzt kann sie Nachrichten auf ihrem Handy lesen, die Namen ihrer Kinder in der Schule schreiben und sogar eine Einkaufsliste für den Markt erstellen.

„Ich fühle mich jetzt frei. Bildung hat mir mehr Respekt in meiner Familie und in unserer Frauengruppe gegeben.“

Durch Bildung ist Asha unabhängiger geworden und ermutigt auch andere Frauen im Dorf, am Unterricht teilzunehmen.


Amosi

Vater und Gemeindesprecher

Für Amosi ist die neue Primarschule in Chikola mehr als nur ein Gebäude – sie ist das Ergebnis eines Dialogs zwischen der Schule und den Eltern. Er erinnert sich gern an den Moment, als die Entscheidung fiel, den Bildungsweg im Dorf fortzusetzen.

„Es ist ein Grund zur Freude, dass nächstes Jahr die Primarschule hier in Chikola beginnt. Wir schätzen es sehr, dass unsere Sorgen als Eltern gehört wurden. Unsere Kinder haben hier eine sichere Umgebung, die ihre Entwicklung unterstützt.“

Amosi sieht die Eltern als aktiven Teil des Schulwesens:

„Ich habe mich im Namen der Elternschaft für diesen Weg eingesetzt. Jetzt zu sehen, wie es verwirklicht wird, gibt uns das Gefühl, echte Partner und Berater dieser Schule zu sein.“

Sein Blick ist bereits in die Zukunft gerichtet: Er wünscht sich einen Fussballplatz für die Jugend.

„Sport bietet Perspektiven und hält die Jugend zusammen. Gemeinsam können wir Chikola zu einem Vorbild für die gesamte Region Dodoma machen. Asante sana!“